SV Förste - SG Pferdeberg
3:1 (0:1)

Gelungenes Abschiedsspiel für Trainer und Betreuer

Am letzten Sonntag stand die SG Pferdeberg für den SV Förste auf dem Spielplan. Tabellarisch war es ein Spiel auf Augenhöhe, jedoch wollte der SVF an die gute Leistung der Vorwoche anknüpfen, als man dem bis dahin punktverlustfreien Tabellenführer aus Hattorf ein Unentschieden abkämpfte. Außerdem wollte man Trainer Ralph Körber und Betreuer Tobias Kirchner mit einem Sieg gebührend verabschieden. Beide erhielten vor dem Spiel Präsente und wurden vor ausverkauftem Stadion mit Bannern und besten Wünschen bedacht.

Nach knapp sieben Jahren übergibt Ralph das Amt aus beruflichen Gründen an Robin Schlenczek. Auch auf der Betreuerposition findet ein Wechsel statt. Jannik Töpperwien ersetzt Tobias Kirchner, der nicht weniger lang als Betreuer zur Verfügung stand.

Der SV wünscht Beiden alles erdenklich Gute für die Zukunft.

Nehmen wir es vorweg: die erste Halbzeit war zum Vergessen. Die Pässe holperten auf gewohnt schlechtem Geläuf oft zum Gegner, die Zweikämpfe wurden nicht angenommen und dementsprechend verloren, vor dem Tor wurde keine Gefahr entwickelt, die Abwehr war alles andere als sattelfest. So war es Aushilfskeeper Jan Giersemehl und der schlechten Chancenverwertung des Gegners zu verdanken, dass es zur Halbzeit nur 0:1 stand - über ein 0:3 oder gar 0:4 hätte man sich nicht beschweren können. Das Tor für die Gäste erzielte Stefan Werner nach einem Förster Ballverlust am eigenen Sechzehner.

In der zweiten Halbzeit kam Förste deutlich verbessert aus der Kabine - die Halbzeitansprache schien Wirkung zu zeigen. In der 49. Minute zwang man den Gegner schließlich den Ausgleich zu schießen. Nach einer Flanke von der linken Seite fischte der Torwart am Ball vorbei, in der Mitte behinderten sich drei Spieler von Pferdeberg gegenseitig, weil sie den heißen Atem vom einlaufenden Patrick Koithahn im Nacken spürten, weshalb Stefan Kanig vorsichtshalber ins eigene Tor klärte - 1:1. Danach kippte das Spiel vollends zu Gunsten des SVF. Wirkliche Torgefahr wollte sich aber noch nicht einstellen.

Das änderte sich jedoch mit der Einwechslung von Jung (Jannik Leimeister) und Alt (Kai Herrmann), ja richtig gelesen, Oldstar Herrmann, der es sich nicht nehmen ließ, den scheidenden Coach mit einem kleinen Comeback zu ehren. Mit den beiden Eingewechselten startete der SV einen regelrechten Sturmlauf auf das gegnerische Tor. In der 71. Minute erlöste schließlich Lars Meister die Förster Fans mit einem echten Tor des Monats. Auf dem linken Flügel setzte er sich stark durch und wollte in gewohnter Manier ins Toraus klären, erwischte den hüpfenden Ball aber so unglücklich mit links, dass dieser unhaltbar hinter dem Torwart im langen Eck landete - 2:1.

Nur drei Minuten später zeigte sich, dass Coach Körber mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen bewiesen hatte. Jannik Leimeister eroberte den Ball im Pressing und leitete somit den Konter ein, den Kai Herrmann mit dem Außenrist zum 3:1 vollendete - die Vorentscheidung.

Doch Förste hatte noch nicht genug und spielte weiter munter aufs gegnerische Tor. Die resultierenden Chancen wurden jedoch allesamt vergeben, nennenswert ist hier vor allem eine 4-gegen-1 Überzahlsituation, die in den Armen des Pferdeberger Torwarts endete. In dieser Saison wollen dem SVF anscheinend nicht mehr als drei Tore pro Spiel gelingen.

Fazit:
Die erste Halbzeit verschlief man komplett, ein abschlussstärkerer Gegner hätte nach 45 Minuten bereits den Sack zu gemacht. Pferdeberg spielte nicht schlecht und konnte vor allem durch den intelligenten Aufbau im Konterspiel für Gefahr vorm Förster Tor sorgen. Die Abwehr sah sich ein ums andere Mal überfordert, bekam jedoch auch wenig Unterstützung vom Rest des Teams. Es fehlte an Kampf- und Einsatzwillen. Nach der Halbzeit zeigte man jedoch ein völlig anderes Gesicht, war körperlich präsent und schaffte es sogar auf der ungemähten Buckelpiste namens Sportplatz Fußball zu spielen.

Coach Körber war nach dem Spiel sichtlich emotional angefasst. Seine fast 7 Jahre dauernde Amtszeit wird den Spielern und Fans als eine Zeit der Stabilität und erfolgreichen Konstanz in Erinnerung bleiben. Unter ihm vollzog die Mannschaft zwei Generationenwechsel, den jüngsten erst vor der Saison. Die Mannschaft legt er nun in die Hände von Robin Schlenczek, der ihn einst in seiner Funktion als Präsident nach Förste lotste und nun sein Nachfolger als Trainer wird.

Auch Tobias Kirchner war anzumerken, dass die Entscheidung seine Funktion als Betreuer aufzugeben, keine leichte war. Erst als Spieler, dann als Schiedsrichter und schließlich als Betreuer, hat er über Jahrzehnte für den Verein gewirkt.

Letztendlich bleibt nur DANKE zu sagen. Danke für sieben erfolgreiche Jahre der Zusammenarbeit und Freundschaft. Wir wünschen Ralph und Tobias alles Gute für ihren weiteren Weg auf und neben dem Platz. Doch endgültig verabschieden müssen wir uns noch nicht, die Mannschaft hat beide zu einer Abschiedsfeier im Winter eingeladen, bei der bei dem einen oder anderen Hopfentee noch einmal auf die letzten sieben Jahre zurückgeschaut werden kann.

Kader:
Jan Giersemehl (TW), Lars Meister, Janik Stäblein, Jan Römermann, Christian Ehrhardt, Tim Albrecht, Felix Schmidt, Patrick Koithahn, Pascal Lohr, Lukas Kurze, Steve-Eric Fabinger, Jannis Wendt, Kai Herrmann, Jonathan Preuß, Jannik Leimeister

Vorschau:
Am kommenden Wochenende findet ein Doppelspieltag im Förster Sösestadion statt. Am Donnerstag erwartet man mit dem Kreisliga-Team aus Nesselröden eine klassenhöhere Mannschaft zum Pokal. Am Sonntag reist die nächste Eichsfelder Mannschaft, der SC Eichsfeld, nach Förste.

Es werden die ersten beide Härtetests für Neu-Trainer Schlenczek sein.

Bericht: Jonathan Preuss